Jeden Dezember macht dieselbe Liste wieder die Runde: etwas, das man sich wünscht, etwas, das man braucht, etwas zum Anziehen, etwas zum Lesen. Sie ist kurz genug, um sie sich zu merken. Und sie ist klar genug, damit der Geschenkeberg nicht zu groß wird. Deshalb nutzen die Leute sie bis heute.
Inzwischen ist sie auch gewachsen. Es gibt eine Version mit fünf Geschenken, eine mit sieben und eine für Erwachsene, bei der sich niemand so ganz einig ist. Jede löst ein echtes Problem. Und jede hört an derselben Stelle auf, genau dort, wo die meisten Schwierigkeiten liegen.
Was ist die 5-Geschenke-Regel überhaupt?
Die 5-Geschenke-Regel ist eine Obergrenze für Weihnachten oder den Geburtstag: fünf Geschenke, je eins pro Kategorie. Etwas, das man sich wünscht, etwas, das man braucht, etwas zum Anziehen, etwas zum Lesen und etwas zum Erleben. Das fünfte ist meist ein Erlebnis, zum Beispiel Tickets, ein Ausflug oder ein Kurs. Manche Familien nehmen stattdessen „etwas zum Teilen“, etwa ein Brettspiel, das der ganze Haushalt zusammen spielt.
Sie ist aus der 4-Geschenke-Regel entstanden, also derselben Liste ohne den fünften Punkt. Diese Regel stammt von Eltern, die Weihnachten für ihre Kinder im Rahmen halten wollten: weniger Päckchen, mehr Gedanken und eine sanfte Grenze für Großeltern, die sich gegenseitig überbieten wollen. Wer sich das Original ausgedacht hat, weiß niemand, und der Wortlaut ändert sich, je nachdem, wer davon erzählt. Betrachte jede Version als Familienregel, nicht als feste Norm.
Und was ist die 7-Geschenke-Regel?
Die 7-Geschenke-Regel ist die am wenigsten festgelegte der drei. Die meisten Versionen behalten die vier Hauptpunkte (wünschen, brauchen, anziehen, lesen) und ergänzen drei aus einer lockereren Liste: etwas zum Erleben, etwas zum Teilen, etwas Süßes oder etwas für den Nikolausstiefel. Sie passt zu Familien, denen vier oder fünf zu wenig waren. Die Hauptaufgabe erfüllt sie trotzdem: Sie setzt dem Geschenkeberg eine feste Zahl.
Die genaue Zahl ist weniger wichtig, als dass alle dieselbe verwenden. Am nützlichsten ist die Regel in Familien, in denen mehrere Leute für ein Kind schenken. Wenn ihr die Kategorien absprecht und untereinander aufteilt, kommt niemand mit dem dritten gleichen Pullover an.
Was die Regeln richtig machen und wo sie aufhören
Drei Dinge können sie gut.
Eine Grenze. Die erste Aufgabe der Regel ist es, „genug“ zu sagen, und das macht sie gut. Fünf ist eine Zahl, die du einem Kind, deinem Partner oder deiner Partnerin und dir selbst in der zweiten Dezemberwoche erklären kannst.
Eine Mischung. Wünschen, brauchen, anziehen und lesen sind verschiedene Arten von Geschenken. Ein Stapel, der alle vier abdeckt, wirkt durchdacht, ganz anders als fünfmal dasselbe Spielzeug. Ein Geschenk macht Freude, eins ist nützlich, eins ist für den Körper und eins für den Kopf.
Eine Checkliste, wenn dir nichts einfällt. Wenn dir gar nichts einfällt, hilft ein Formular, das du nur ausfüllen musst. Vier beschriftete Kästchen machen aus einer riesigen Frage vier kleine. Den Punkt „wünschen“ lässt man am leichtesten weg, weil sich ein Geschenk, um das jemand gebeten hat, wie eine Besorgung anfühlen kann. Für die Person, die es sich gewünscht hat, zeigt es aber, dass du zugehört hast.
Doch genau da hört die Regel auf, dir zu helfen.
Sie sagt dir, wie viele Geschenke es sein sollen und welche Art, aber nicht, welches. „Etwas zum Lesen“ kann eine Graphic Novel sein, ein Kochbuch oder die Biografie eines Fußballers, und nur eins davon passt zu der Person, an die du denkst.
Manche Kategorien passen zu manchen Menschen auch einfach schlecht. Für jemanden, der nicht zum Vergnügen liest, ist „etwas zum Lesen“ eine Pflichtübung in Geschenkpapier. Für jemanden, der seine Kleidung mit viel Sorgfalt aussucht, ist „etwas zum Anziehen“, das jemand anders ausgesucht hat, ein Risiko. Die Regel kann das über die Person nicht wissen, du schon.
Außerdem wurde die Regel für einen Haushalt mit Kindern gemacht, in dem es um das richtige Maß geht. Für einen einzelnen erwachsenen Menschen zu schenken, der sich verstanden fühlen soll, ist ein ganz anderes Problem. Dort liegt das Risiko nicht in zu vielen Päckchen. Das Risiko ist ein Päckchen, das für jeden hätte sein können.
Wie sieht die Regel für Erwachsene aus, und was ändert sich?
Die Version für Erwachsene nutzt dieselben fünf Kategorien (wünschen, brauchen, anziehen, lesen, erleben) für die Partnerin oder den Partner, die Eltern oder Freunde. Meist sorgt sie dafür, dass ein großer Anlass großzügig bleibt, ohne dass die Ausgaben aus dem Ruder laufen. Am besten klappt sie, wenn sich beide vorher darauf einigen, damit sich niemand benachteiligt fühlt. Versionen „für Männer“ oder „für die Freundin“ sind dieselbe Regel; nur die Geschenke ändern sich.
Bei Erwachsenen hängt viel an der fünften Kategorie. Ein Erlebnis ist das einzige Geschenk, das nicht zu Krempel werden kann. Erwachsene besitzen meist schon das meiste, was sie brauchen, deshalb zählt „etwas zum Erleben“ oft mehr als die anderen vier zusammen.
Funktioniert die Regel auch für ein einzelnes Geschenk?
Nicht direkt. Die Regel verteilt mehrere Geschenke auf verschiedene Arten, und bei einem einzigen Geschenk gibt es nichts zu verteilen. Nützlich bleibt aber die Frage hinter jeder Kategorie. Nimm die Kategorie, die am besten zu der Person passt, und steck das ganze Budget hinein, damit dieses eine Geschenk richtig gut wird.
Frag dich also, welche der fünf Kategorien diese Person am meisten schätzen würde. Wer schon alles hat, braucht nichts; wer letzten Monat umgezogen ist, vielleicht schon. Wer in jedem Zug liest, bekommt das Buch. Wer nie stillsitzt, bekommt den Ausflug. Ein gutes Geschenk in der richtigen Kategorie ist besser als fünf mittelmäßige Geschenke quer durch alle Kategorien.
Die Kategorien behalten und bei der Person anfangen
Sinnvoll ist es, die Struktur der Regel zu behalten, aber zu ändern, woher die Antworten kommen. Wer bei der Kategorie anfängt, landet bei ihren Bestsellern: dem beliebtesten Roman, dem meistgekauften Pullover, denselben Dingen, die alle anderen auch ausgesucht haben. Wer bei der Person anfängt, füllt jede Kategorie mit etwas, das nur für genau diesen Menschen ausgesucht sein kann.
Nimm „etwas zum Teilen“ für ein Paar, das jeden Nachmittag eine Pause mit Earl Grey macht. Das muss kein beliebiger Geschenkkorb sein. Es können drei Varianten ihres Lieblingstees sein, zum Probieren und Vergleichen.
So kannst du bei jeder Kategorie auf der Liste vorgehen. Sag uns, wer die Person ist: was sie interessiert, wie nah ihr euch steht und wie viel du ungefähr ausgeben willst. Dann wisch dich durch Geschenke, die schon zu ihr passen. So füllt sich jede Kategorie mit etwas, das für die Person ausgesucht ist, nicht für die Kategorie.
Auch hilfreich: unser Überblick über Menschen, die schwer zu beschenken sind und Geschenke für Menschen, die schon alles haben.
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